Warum ich in Facebook Fragen stelle?

25. Juli 2010 – 15:38

Über viele Monate hinweg ist Facebook mein täglicher Freund gewesen. Sogar am Sonntag habe ich ihn besucht. Als ich den Account angelegt habe, geschah dies aus reiner Neugierde. Immerhin berate ich Unternehmen in Sachen Social Media. Wie funktioniert das da drinnen in Facebook, was wird passieren, wenn ich dies oder jenes schreibe, wen werde ich kennenlernen?

Beitragslos

Vor einigen Tagen habe ich alle meine Beiträge gelöscht und beschlossen, nur mehr zu kommentieren.
Im Lösch-Rückblick habe ich entdeckt, dass ich meine ursprüngliche Strategie, ausschließlich ungewöhnliche Fragen zu stellen, die mit meinem beruflichen Umfeld etwas zu tun haben, irgendwann verlassen habe. Heute finde ich das sehr schade, denn die “Frage-Phase” hat die meisten Kommentare gebracht.

Was sagt mir das? Gute Fragen stellen und dann entsteht auch ein Dialog. Dafür sollte ich aber wissen, was die zu Befragenden interessiert. Also zuerst einmal zuhören. Das ist für mich die Essenz aller Social Media-Aktivitäten: Menschen geben gerne Antworten, wenn man sie fragt. Je mehr meiner Facebook-Freunde geantwortet haben, um so mehr Austausch ist untereinander entstanden. Schön ist das.


Marken helfen Jugendlichen sich auszudrücken

23. Juni 2010 – 15:19

Ich war gestern Dienstag auf einem Vortrag mit Thema “Die Marke gehört den Konsumenten. Oder wie Jugendliche  mit Marken umgehen und was sie sich von ihnen erwarten”. Veranstalter war tfactory Trendagentur, die Spezialisten für Jugendmarktforschung und Jugendmarketing. Ich mag übrigens den Vortragenden und Geschäftsführer Bernhard Heinzelmaier sehr, da er so direkt ist und die Jugendszene gut kennt.

Jugendliche sind ja für Werbetreibende fast so etwas wie ein “Schwarzes Loch”. Man weiß viel von ihnen, aber was sie treiben und wie sie angesprochen werden wollen, ist eine Herausforderung. Marken sind aber zu einem unverzichtbaren Bestandteil moderner Jugendkulturen geworden. Sie liefern hochwertige Produkte und fungieren meistens als ausdrucksstarke Symbole des Lifestyles jugendlicher Gemeinschaften und Szenen.

Vielfältige Ansprüche

Es gibt die Generalisten Coca Cola, Nike oder Red Bull, die ganz allgemein für Abenteuerlust und juvenile Selbstverwirklichung stehen. Weites gibt es Marken, die idealtypisch ganz spezifische Lifestylesegmente kennzeichnen und prägen. Zum Beispiel “Converse” steht für ein kulturell gebildetes, aber kritisches Milieu, “Bionade” für gesundheitsbewusste, ökologisch sensible Jugendliche aus der Mittelschicht und “Apple” für kreative Experimentalisten.

Insgesamt betrachtet helfen Marken Jugendlichen dabei, ihre expressiven Stile wirkungsvoll auf den Bühnen der Lebenswelt aufzuführen. Sie benutzen Marken, um sich auszudrücken. Sie stiften kollektive Identitäten und können inkludieren und exkludieren.

“Die zwischenmenschlichen Bande sind angenehm locker, aber aus ebendiesem Grund auch beänstigend unzuverlässig,” so Soziologe Zygmunt Baumann. Umgelegt auf Markenführung bedeutet das, dass die Eigenschaften der Marke einzigartig und reproduzierbar sein müssen. Und die Marke muss zuverlässig sein.


Social Media-Monitoring – dann klappt es auch besser mit dem Zuhören

7. Mai 2010 – 19:46

Das Social Web kommt Ihnen wie ein Schwarzes Loch vor? Trotzdem möchten Sie gerne wissen, was über Ihr Unternehmen “gesprochen” wird? Finden Sie es mit Social Media-Monitoring heraus. Dann gelingt auch das Zuhören besser.

Wie funktioniert Social Media-Monitoring?

  • Quellen wie Blogs, Microblogs (z.B. Twitter, Friendfeed, GoogleBuzz) oder Social Networks (z.B. Facebook, Netlog oder LinkedIn) werden laufend abgesucht. Dazu kommen relevante Foren, Content-Communities (z.B. YouTube, Flickr), sowie klassische Onlinemedien und Wikipedia.
  • Definierte Schlagwörter-Kombinationen geben das Suchprofil vor. Dieses gestaltet sich je nach Anforderung vielfältig: Was macht der Wettbewerb? Wie kommt das neue Produkt an? Welche Themen bewegen die Blogosphäre? Wie sieht die Medienresonanz aus? Was sagen die Kunden über das Unternehmen? Wer gibt den Ton in einzelnen Foren vor? Auf welchen Plattformen tummeln sich die Kunden am liebsten?

Schleche Nachrichten machen in NullkommaJosef die Runde

Unterschätzen Sie niemals die Dynamik des Netzes. Im Social Web verbreiten sich schlechte Nachrichten in Echtzeit. Darin steckt Krisenpotenzial für jedes Unternehmen. Manche machen leider den Fehler, erst dann Krisenmanagement zu betreiben, wenn bereits heiß in den Foren und Blogs kommentiert wird und die Stimmung gekippt ist. Social Media-Monitoring hilft auch hier, Krisen frühzeitig zu erkennen und damit bessser umzugehen.

So viel neue Nähe zum Kunden ist Ihnen noch immer nicht ganz geheuer? Machen Sie einfach folgendes: Hören Sie im Social Web zu, lernen Sie daraus, werten Sie das Gelernte aus, setzen Sie es um, messen Sie den Erfolg und hören Sie wieder zu.


Gesichtslose Fanpages?

20. April 2010 – 13:20

Schon Fan auf einer Fanpage? Wettbewerbe und Gewinnspiele auf Facebook sind der letzte Schrei auf Fanpages. Eine Menge Marken haben diese Möglichkeit für sich entdeckt über Facebook zu agieren.

Was mir auffällt: die meisten der Fanpages haben kein “Gesicht”. Damit meine ich, dass statt eines Personenfotos das Logo zu sehen ist. Der Administrator agiert im Hintergrund. Finde das schade, denn Unternehmen vergeben sich damit eine Chance. Warum? Menschen nutzen Social Media-Plattformen  für den persönlichen Austausch. Fanpages sind dafür eine gute Gelegenheit. In den meisten Fall will ja das Unternehmen, dass sich die Fans engagieren, von sich erzählen oder mitmachen.  Aber warum soll ich mit dem Logo von Volvo, Ford, BIPA oder Ja.Natürlich “reden”? Ich fühle mich nie wohl dabei, wenn ich auf solchen Seiten kommentiere, denn wer ist das, der meine Worte liest? Im Begriff Social Media steckt social, also zeigt mir ein Personenfoto, das quasi zum Gesicht des Unternehmens wird. Damit erhöhe ich auch die Glaubwürdigkeit und Identifikation und die Marke wird angreifbar.

Fanpage mit Gesicht

Fanpage Original Wiener HandsemmelAls wir die Fanpage für die “Original Wiener Handsemmel” eingerichtet haben, war klar, dass die schreibende Person mit Foto zu sehen ist. In diesem Fall bin ich das. In einem Selbstversuch haben wir ausprobiert, wie es ist, wenn eine “Original Wiener Handsemmel” zu sehen ist. Für mich war es unangenehm, als Semmel aufzutreten. Ich bin ein Mensch und habe ein Gesicht. Das sollen alle Fans auf unserer Seite sehen.

Empfehlung
Ich kann jedem Unternehmen nur empfehlen, Gesicht zu zeigen. Meistens ist es die Person, welche die Seite redaktionell verwaltet. Damit lässt sich der Austausch über eine Produkteigenschaft, Botschaft oder Neuheit richtig vertiefen. Der erste Schritt ist getan.
Noch ein Tipp: Lebendiger wird eine Fanpage, wenn mehrere schreiben. So kommen unterschiedliche Ideen und Stile hinein, die Leben bringen.

Ist es Ihnen egal, ob Sie mit einem Logo auf einer Fanpage sprechen? Freue mich davon zu hören.


Tageszeitung Kurier mit Interview zur Original Wiener Handsemmel

12. April 2010 – 17:09

Die Journalistin Andrea Hlinka der österreichischen Tageszeitung Kurier hat mich zur Original Wiener Handsemmel, Markenidee und Umsetzung interviewt.

Das Interview erschien am 8. April 2010 in der Printausgabe der Kurier Business-Beilage und ist auch online nachzulesen:

http://kurier.at/karrieren/management/1992331.php

Was mich persönlich freut: Andrea Hlinka hat meine Begeisterung für die Original Wiener Handsemmel mit gekonnten Worten eingefangen und eine “Geschichte” geschrieben. Da kann ich nur den Hut ziehen.